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Inzidenz, Rezidiv, Pflegebedürftigkeit und Mortalität von Schlaganfall–Eine Sekundärdatenanalyse von Krankenkassendaten.

Autoren/Herausgeber: van den Bussche, H.
Berger, K.
Kemper, C.
Barzel, A.
Glaeske, G.
Koller, D.
Erschienen: 2010
Publikationsart: Articles in Refereed Journals (National)
ISBN/ISSN: 0302-4350
erschienen in: Aktuelle Neurol.
Weitere Quellenangabe: 37:131-5

Zusammenfassung

Vorgestellt werden die Ergebnisse einer sekundäranalytischen Studie zur Häufigkeit des Schlaganfalls und seiner Folgen auf der Basis der Daten der Gmünder ErsatzKasse der Jahre 2005 und 2006. Erfasst wurden alle während des Krankenhausaufenthaltes erstmals diagnostizierten Hauptdiagnosen nach ICD I60–64. Für alle Versicherten mit einem Erstinsult wurde eine Nachbeobachtung über 12 Monate ab dem ersten Tag ihres stationären Aufenthalts durchgeführt. Für diesen Zeitraum wurden die stationären Wiederaufnahmen, der Eintritt von Pflegebedürftigkeit und die Mortalität als Endpunkte erhoben. Die auf die deutsche Bevölkerung bezogene geschlechtsstandardisierte Inzidenz betrug 126 / 100 000 in 2005 und 123 / 100 000 in 2006. Der Anteil von Versicherten mit Rezidivinsulten betrug 11,2 %, davon 2,4 % mit 2 und mehr Rezidiven. 14,3 % der Patienten wurden nach dem Insult pflegebedürftig nach Sozialgesetzbuch XI. Regressionsanalytisch wurden Zusammenhänge mit Geschlecht, Alter und Schlaganfalltyp gefunden: Das Pflegebedürftigkeitsrisiko war bei Frauen um 41 % höher, und es stieg ab dem Alter von 40 Jahren mit jedem Jahr um 13 %. Bei Patienten mit Hirnblutungen war das Pflegebedürftigkeitsrisiko um 74 % höher als bei denjenigen mit Hirninfarkt. Während des Krankenhausaufenthaltes starben bereits 7,1 % der inzidenten Fälle, weitere 10,3 % innerhalb der 12 Monate nach Ereignis, somit insgesamt 17,4 % innerhalb des ersten Jahres. Regressionsanalytisch stieg die Wahrscheinlichkeit, an dem Schlaganfall zu versterben, mit jedem Lebensjahr um 7 %. Frauen hatten gegenüber Männern ein um 29 % erhöhtes Mortalitätsrisiko. Bei allen Blutungen zusammen (ICD 60–62) war das Risiko um das 3,5-Fache höher als beim Hirninfarkt. Die gefundenen Raten für Pflegebedürftigkeit und Mortalität sprechen für einen gewachsenen Präventions- und / oder Behandlungserfolg des Schlaganfalls.

Abstract

We present the results of a secondary analysis of claims data for 2004 and 2005 of a nationwide statutory health insurance in Germany. This insurance covers 1 700 000 members, corresponding to 2.4 % of the statutory insured population in Germany. All members with a first-ever hospitalised stroke were followed for 12 months after hospitalisation. Inclusion took place on the basis of the hospital-based main diagnoses ICD I60–64. For the following 12 months hospitalisation due to relapse, statutory nursing care dependency and mortality were recorded. The gender-adjusted incidence was 126 / 100 000 in 2005 and 123 / 100 000 in 2006. The percentage of persons with relapse was 11.2 %, among them 2.4 % with 2 and more relapses. The percentage of patients becoming dependent on statutory nursing care after the event was 14.3 %. Regression analysis revealed associations between nursing care dependency and age, gender and type of stroke. The risk for nursing care dependency was 41 % higher in women compared to men. This risk grew by 13 % for every year of life from age 40 years on. Patients with haemorrhagic stroke had a 74 % higher risk of nursing care dependency than those with infarction. Mortality was 7.1 % during hospitalisation and further 10.3 % within the first 12 months of the observation period. Regression analysis showed an increase in mortality risk of 7 % for every year of life and an increase by 29 % for women in comparison to men. Haemorrhagic strokes had a 3.5-higher mortality risk than stroke due to infarction. The results of this study suggest a growing prevention and / or treatment success for stroke in recent years in Germany.

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